Haushaltsrede unserer Wählergemeinschaft

03a finanzen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.

an dieser Stelle mochten wir Ihnen unsere Meinung zum Haushalt 2026 zur Kenntnis gebe

Rede zum Haushaltsplanentwurf 2026 am 14.7.2026

gehalten vom Fraktionsvorsitzenden August-Friedrich Tonscheid

es gilt das gesprochene Wort


Liebe Velberter Mitbürgerinnen und Mitbürger,

sehr geehrte Damen und Herren des Rates,

sehr geehrter Herr Lukrafka,

Sehr geehrte Frau Ernst, sehr geehrte Herren Peitz, Ostermann und Dräger.


Habe ich noch im letzten Jahr meiner Rede den Titel „ wir verwalten den Mangel“, ist es mir dieses Mal schwerer gefallen und so kann ich nach allem was ich bis heute gesehen und gelesen habe nur noch sagen:


                                    Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!


Leider sind jetzt die Prognosen, die ich in meinen drei vorausgegangenen Haushaltsreden vorhergesagt habe, eingetreten.

Wurde für 2025 eine Verlust von € 14,5 Millionen vorhergesagt, wird es am Ende ein Verlust von ca. € 27 Millionen sein.


Auch die Planungen für die nächsten Jahre sagen einen defizitären Haushalt bis zum Jahr 2032 voraus. In diesem Jahr soll es dann wieder einen ausgeglichenen Haushalt geben. Kein Grund zum Feiern, denn bis dahin werden sich die Schulden unserer Stadt noch erheblich vermehren. Bei einem Schuldenstand von ca. € 1.1 Milliarden im Konzern Stadt Velbert ( einschließlich aller Tochtergesellschaften )wird es im Jahr 2032, nimmt man die Investitionen, die lt. Aussagen bei der Haushaltseinbringung noch getätigt werden sollen, nach meiner Hochrechnung ca. 20 % betragen werden, also, alo ca. € 200 bis 250) dazu rechnen können.

Die erforderlichen Mittel für diese Investitionen müssen am Kapitalmarkt ausgenommen werden, d.h. Die Zins-und Tilgungsleistungen werden entsprechend steigen.


Wer glaubt, dass die Altschuldenentlastung des Landes die Rettung ist, wird schnell erkennen müssen, dass die € 63 Millionen des Landes allein durch den Jahresabschluss 2025 ( € 30 Millionen ) und die Prognose 2026 ( € 36 Millionen ) schon weg sind.

Ab diesem Jahr haben wir auch noch die 2%ige Rückführung des „ Sondervermögens „ in Höhe von € 47 Millionen, also jährlich ca. € 900.000 abzuschreiben.


Die Prognose des Haushaltssicherungsplanes geht von einer Steigerung der Wirtschaftskraft in der BRD von 1,6 % aus. Mittlerweile ist dieser Wert aber auf 02% bzw. 0,5 % reduziert worden.

Wenn man weiß, dass Velbert bei diesen Berechnungen in der Vergangenheit immer etwas schlechter als vergleichbare Städte abgeschnitten hat, wird bei den Prognosen zu den Verlusten der nächsten Jahre, nicht nur zweifeln, sondern andere Ergebnisse im Kopf haben.

Kurzum Prognosen sind selten Ergebnisse und leider haben wir in den letzten Jahren dieses auch einsehen müssen.


Nach der Beratung in der letzten Woche im Haupt-und Finanzausschuss, in dem die „ Koalitionäre CDU, Bündnis 90/ Grüne, Velbert Gemeinsam und FDP, noch viele Veränderungsanträge eingebracht haben, die die Prognose der Verwaltung zusätzlich belasten würden, ist davon auszugehen, dass die Verluste sich zusätzlich negativ bemerkbar machen.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, werte Kolleginnen und Kollegen, solche Schönheitsoperationen am Haushalt 2026 sind nicht die Lösung, denn diese Mammutaufgabe ist chirurgisch gesehen


                                          „ eine Operation m offenen Herzen “


Aus diesem Grund haben wir in unserer Fraktion alles, aber wirklich alles, auf den Prüfstand gestellt und ein Konzept erarbeitet. Dieses Konzept kommt schlussendlich zu einem höheren Einsparpotential und eröffnet sogar die Aussicht auf Erlass der Gebühren für Kindertagesstätten und ggf. der Ogata.

Gleichzeitig wird auf die Erhöhung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer verzichtet.

Dieses Konzept wurde leider nicht in Gänze abgestimmt, sondern die einzelnen Anträge unseres Konzeptes wurden einzeln abgestimmt. Bis auf einen Antrag, die Abschaffung der Kindertagesstättengebühr, hier stimmte die SPD zu, wurden alle Einzelanträge von allen anderen Fraktionen abgelehnt.

Ich hatte allerdings das Gefühl, dass es einigen Mitgliedern des Ausschusses nicht bekannt war.


Ich möchte jetzt, aber nur einmal, auch ein Zitat - der Kämmerer hat in seiner Rede bei der Einbringung mehrere Zitate aufgezählt- die die Schieflage unseres Haushaltes sehr gut dargestellt haben und dieses Zitat ist:


                                              Wenn nicht jetzt wann dann?

 

Bei einer solch desolaten Situation kommt dann auch schnell die Frage, wer trägt denn die Schuld dafür?


Die Antwort ist relativ einfach: Die Bundesregierung und die Landesregierung und in Teilen auch der Kreis Mettmann tragen die Hauptschuld an dieser Misere.


Bund und Land beschließen Gesetze, die nachdem Verursacherprinzip auch von dem Besteller zu finanzieren sein sollten. Weit gefehlt, man spricht dann davon des es Pflichtaufgaben der Kommunen sind und finanziert diese Pflichtaufgaben

nur zum Teil. Die übriggebliebenen ( Un)-summen sind von den Kommunen zu tragen.


Als Beispiele möchte ich hier nur das KIBIZ-Gesetz (Finanzierung Kindertagesstätten)

Die Finanzierung des Ausbaus aller Grundschulen zur OGATA bis 2029

Flüchtlings-und Asylanten-Finanzierung nach § 16a Grundgesetz


Der Kreis Mettmann hätte bei der angespannten Lage der kreisangehörigen Städte seine aufgelaufenen Kosten, auch Sondervermögen genannt, in einer Summe abschreiben können, hat es aber nur zu 50% abgeschrieben. Dadurch hat sich die Kreisumlage erhöht und belastet die Städte zusätzlich

Die Liste der Pflichtaufgaben lässt sich beliebig verlängern und führt letztendlich zu einer nicht länger zu akzeptierenden Belastung der Kommunen.


Die Verantwortlichen in Bund und Land waren in den letzten dreißig Jahren wechselweise die uns allen bekannten Fraktionen von CDU,SPD,Grünen und zeitweise FDP.

Die Parteien waren während der selben Zeit auch federführend in den Kommunen tätig. Wie man so mit „ Verwandten „ umgehen kann, ist für mich unfassbar.

 

Unsere Fraktion lehnt diesen Haushalt ab! 


Abschließen möchte ich Herrn Peitz für seine Arbeit und auch für die seiner gesamten Mannschaft danken. Ich hoffe, dass ihm schlaflose Nächte erspart bleiben und bitte darum den Mut nicht zu verlieren.












© www.velbert-anders.de   Mittwoch, 15. Juli 2026 18:44 tonscheid

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