freitagsgedanken - zum januar

janus rosa

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Januar macht ja in den letzten Tagen seinem altdeutschen Namen Schneemonat alle Ehre. Seinen heutigen Namen hat er übrigens dem römischen Gott Janus zu verdanken, dem Gott des Anfangs und des Endes. Mit seinen zwei Gesichtern kann Janus nämlich in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken. Da es nun wirklich genügend Rückblicke auf das alte Jahr 2025 gab, folgen wir doch mal gemeinsam dem Blick des guten alten Janus in die Zukunft, und zwar in  die Zukunft unserer Heimatstadt Velbert. Damit dies einigermaßen erträglich bleibt, setzen wir Janus einfach mal eine rosarote Brille auf.

Er sieht dann zunächst eine katastrophale Finanzsituation der Stadt - da hilft selbst die beste rosarote Brille nix. Denn im Haushalt für das Jahr 2026 ist ein hohes zweistelliges Millionendefizit zu erwarten - genau wie im Jahr 2025. Und das geht auch nicht mehr von alleine weg, weil es strukturell bedingt ist. Aber vielleicht sieht er auch, dass es dem (ohnehin klugen) Stadtkämmerer gelingt, eine wirksame und schlüssige Strategie zu entwickeln, dieses Defizit wieder abzubauen. Früher nannten wir das Haushaltssicherungskonzept. Ein solches Konzept könnte sicherlich harte und umstrittene Einschnitte in das Leistungsangebot der Stadtverwaltung enthalten, auch den Verzicht auf nicht zwingend notwendige Projekte und einen konsequenten Personalabbau. Aber wenn es außerdem auch Einschnitte in den sehr großen und teuren Politikapparat der Stadt enthält, auf Steuererhöhungen möglichst erstmal verzichtet wird und vor allem das Ganze gut und verständlich erklärt wird, dann könnte es von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden. 

Und vielleicht sieht Janus sogar, dass das Konzept durch eine klare Prioritätensetzung ermöglicht, den Rechtsanspruch auf die offene Ganztagsbetreuung an Schulen ohne umständliche Notlösungen zu realisieren. Ja, vielleicht kann sogar noch mal das leidige Thema Kindergartengebühren angegangen werden und die jetzige Regelung, ein Bürokratiemonster wie aus dem Bilderbuch, könnte abgeschafft werden.

Janus sieht vielleicht auch schon etwas, was der Ratsmehrheit hoffentlich noch früh genug auffällt: das ein Pflegeheim mitten in der Innenstadt von Velbert-Mitte auf dem ehemaligen Hertiegelände doch nicht unbedingt so eine tolle Idee ist, um die City wieder zu beleben und wieder attraktiv für Jung und Alt zu machen. Vielleicht findet man für das Pflegeheim doch bessere Standorte und lässt das alte Hertiegelände aufblühen durch eine schicke Kombination von Handel, Wohnen und Freizeitangeboten für Jung und Alt. 

Apropos Wohnen: Janus könnte auch sehen, dass man sich bewährter Konzepte erinnert, wie man den dringend benötigten neuen bezahlbaren Wohnraum in Velbert schafft. Erbpachtmodelle, Genossenschaftsmodelle, gemeinschaftliches Bauen - all das hat es ja schon mal gegeben. Und da wir eine stadteigene Wohnungbaugesellschaft und mehrere starke Baugenossenschaften vor Ort haben, sind wir auch nicht auf windige Investoren angewiesen. Dann noch die derzeitige ambitionslose Wohnungsbaustrategie über Bord werfen und mit den Instrumenten des Bauturbos und ohne umständliche Planverfahren zügig loslegen - und es können schnell neue Wohnungen und Häuser entstehen.

Zum Beispiel für die Mitarbeiter der neuen Unternehmen, die sich bald im neuen Gewerbegebiet "Großes Feld" ansiedeln. Denn Janus sieht bestimmt, dass der noch notwendige Ratsbeschluss dazu im Rat mit großer Mehrheit beschlossen wird und Velbert damit eine echte Perspektive für Arbeitsplätze, Wachstum und letztlich auch neuen Steuereinnahmen bekommt.

Alle diese Beschlüsse wird der Rat natürlich nach kontroversen, aber sachbezogenen Debatten fassen - ohne persönliche Angriffe und Schmähungen und ohne radikale Politikfolklore von links und rechts.

Sie finden, das ist alles Illusion?

Na ja, nach meiner bescheidenen Meinung und Erfahrung ist das alles möglich. Velbert hat das alles schon mal so oder so ähnlich geschafft und hier und da durfte ich dabei auch mithelfen.

Dennoch gebe ich zu, dass Janus ohne die rosarote Brille vielleicht auch ganz andere Entwicklungen sehen könnte. Welche - das überlasse ich für heute aber erstmal Ihrer Phantasie, liebe Leserinnen und Leser. Über das, was dann wirklich passiert, werde ich dann gerne an dieser Stelle berichten.

Ich wünsche Ihnen jetzt erstmal ein möglichst sturmfreies Wochenende ohne weitere Wetterkapriolen und vor allem ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2026!

Ihr

Stefan Freitag 



© www.velbert-anders.de   Freitag, 9. Januar 2026 12:30 Freitag

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